„Er hat sich die Seele aus dem Leib gespielt “ schrieb eine Regionalzeitung.
„Bitte nicht doch“, möchte man sagen! Aber bei genauerem Nachdenken trifft es die emotionale Tiefe eines Claas P. Jambor Konzerts doch ganz genau.
Die Schutzmauern der Eitelkeit, des Stolzes und des Hochmuts, getarnt als Lebensweisheit , werden eingerissen und so stolpert das Publikum während des Konzertes Stück für Stück durch Mauerreste und Rosenhecken hin zur Musik, die wie eine heilende Melodie durch das Gemäuer hallt.
Eine verletzte, geschätzte, geliebte und verlassene Künstlerseele öffnet sich dem Publikum. Zeigt Licht und Schattenseiten eines noch nicht ganz so alten, aber intensiven Lebens.
“Piano Album” ist der geradezu norddeutsch sachliche Titel des aktuellen Albums des Multiinstrumentalisten, dass hier minimalistisch und doch spektakulär auf die Bühne gebracht wird. Wohnhaft in Nashville (USA) und Schleswig bringt Jambor seine Songs puristisch klar und doch voller Südstaaten Emotionalität auf die Bretter die die Wahrheit bedeuten.
Stimme und Piano…und live dazu “Geschichten”. Schon wieder Understatement.
Claas. P. Jambors Geschichten sind meditative Sitzungen und Kabarett in einem. Seine Erlebnisse so ernst zu nehmen, dass man auch herzlich darüber lachen kann scheint der Maßstab aller Erzählungen zu sein, auch wenn man sich im nächsten Moment eine Träne verkneifen muss.
Claas schafft es ohne plumpen Seelenstriptease eine “Kleine Geschichte der menschlichen Höhen und Abgründe” zu erzählen. Verpackt in Liedern und Geschichten. Mehr nicht, oder vielleicht gerade deshalb viel mehr.